Theater Augusta Raurica

Boxhelden mit Himmel

Grand Cinéma und Boxhelden mit Himmel 2009

Vorstellungen:

    Boxhelden mit Himmel

    Es gibt neben «Rocky» auch noch andere legendäre Boxlegenden auf der Kinoleinwand von Hollywood und Co. Drei Filme stehen auf dem sommerlichen Programm, in denen Helden um ihr Leben figthen und um die Gunst des Publikums buhlen.

    Programmierung: STADT- & LANDKINO
    Ticketpreise: CHF 15.– / CHF 10.–
    Vorverkauf: Kasse Römermuseum in Augusta Raurica, T 061 816 22 22 (ab 15. Juli 2009)

    Grosse Helden in legendären Kämpfen

    Dienstag, den 25. August um 20.30 Uhr
    Night and the city
    Grossbritannien 1950, Regie: Jules Dassin, 101 Min. E/d. ab 16 Jahren
    Der grossartige Gangsterfilm «Night and the City» spielt im Londoner East End. Der kleine Trickbetrüger Harry Fabian (Richard Widmark) wittert seine grosse Chance, als er dem Gangster Kristo (Herbert Lom) den Ringer Gregorious the Great (Stanislaus Zbyszko) wegschnappt, um ihn zu managen. Unterstützt wird Harry dabei sowohl von Helen (Googie Withers), als auch von ihrem Ehemann, dem schmierigen Nachtclubbesitzer Phil Nosseross (Francis L. Sullivan). Als der alte Gregorious nach einem erbitterten Ringkampf unerwartet einem Herzschlag erliegt, gerät Harry immer tiefer in einen undurchdringbaren Sumpf der Intrigen und des Verbrechens … – Harry Fabian ist eine ausserordentliche Figur: Einerseits ein Opportunist, andererseits ein durchaus charmanter, liebenswürdiger und (trotz seiner Gangstermentalität) zerbrechlicher Held. In «Night and the City» weiss man nicht, was mehr heruntergekommen ist: die Hauptfigur oder das schmuddelige London, in dem dieser herumirrt. «Night and the City» entlockt den verwinkelten Gassen Londons mit seinen kontrastreichen Schwarzweiss-Bildern etwas Bedrohliches, das man in dieser Intensität selten sieht. Der Regisseur Jules Dassin hat viele Szenen direkt in den Strassen von London aufgenommen, und nicht – wie damals üblich – in Studiokulissen. «Night and the City» gilt auch deshalb als bemerkenswertes, unvergessenes Werk der Filmgeschichte.

    Mittwoch, den 26. August um 20.30 Uhr
    Raging Bull
    USA 1980, Regie: Martin Scorsese, 129 Min. E/d/f. ab 16 Jahren
    Ende der 1940er Jahre kämpft sich der New Yorker Berufsboxer Jake LaMotta (Robert de Niro) zum Schwergewichts-Champion und Liebling des nach einem Helden gierenden Publikums hoch. Machenschaften seines mafiösen Bekanntenkreises und die eigenecharakterliche Labilität sorgen aber dafür, dass der Höheflug nicht allzu lange andauert, und so schlägt Jake nach seinem letzten Auftritt im Boxring eine Karriere als – mässig erfolgreicher – Nachtclub-Komiker ein.
    «Raging Bull» ist kein ungebrochenes Aufsteiger-Drama, schon gar kein Thriller, viel mehr die Beschreibung eines Mannes, der eine Art von Krieg führt, gegen die Welt und gegen sich selber. Die Figur Jake LaMotta bleibt einem von der ersten Einstellung an fremd: Durch die Ringseile hindurch erkennt man eine in einenLeopardenmantel mit Kapuze gehüllte Figur, die in Zeitlupe einen archaischen Kriegstanz aufzuführen scheint. Dahinter eine Wand aus Rauch und Nebel, durch die gelegentlich Blitzlichter dringen. Es ist eine unwirkliche Szenerie. – «Raging Bull» ist ein faszinierend düsterer Film und ein eindringliche Protokoll einer langsamen Selbstzerstörung. Vor allem durch die kompromisslos harten Kampfszenen und die brillante Leistung Robert de Niros erreicht «Raging Bull» eine beklemmende Intensität und gilt als einer der besten Filme der 1980er Jahre.

    Donnerstag, den 27. August um 20.30 Uhr
    Million Dollar Baby
    USA 2004, Regie: Clint Eastwood, 132 Min. E/d/f. ab 12 Jahren
    Frankie Dunn (Clint Eastwood) ist ein Urgestein des Boxsports, fast sein gesamtes Leben hat er als Trainer im Ring verbracht und so eine Karriere voller Höhepunkte erlebt. In seinem Privatleben jedoch hat der Einzelgänger weniger Glück. Die eigene Tochter hat er seit Jahren nicht mehr gesehen. Eines Tages taucht unvermutet die junge Maggie (Hilary Swank) bei Frankie auf. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihm trainiert zu werden. Doch Frankie lehnt ab – sie sei zu alt, um mit dem Boxen anzufangen, ausserdem trainiere er keine Frauen. Das alte Raubein hat jedoch nicht mit Maggies Beharrlichkeit gerechnet: Tag für Tag kommt sie in die Halle und trainiert verbissen, bis Frankie schliesslich nachgibt und mit ihr zu trainieren beginnt – und schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft. Allerdings ahnen sie noch nicht, dass der Kampf, auf den hin sie trainieren, einer um Leben und Tod sein wird ... Was «Million Dollar Baby» von vielen anderen Hollywood-Filmen unterscheidet, ist, dass er unter der Mainstream-Oberfläche Geschichten erzählt, die man dort selten erzählt bekommt: Die Hauptfigur Maggie Fitzgerald stammt etwa aus denkbar miserablem White-Trash-Milieu. Im Unterschied zu anderen Filmen wird dies hier weder verklärt noch unangenehm ausgewalzt. Der mit abgeklärter Meisterschaft inszenierte und hervorragend fotografierte Film wird von brillanten Darstellern getragen, die ihre Figuren mit beiläufigem Bescheidenheit zum Leben erwecken. Bei der 77. Verleihung der Academy Awards konnte sich Clint Eastwoods Drama in fast allen wichtigen Kategorien durchsetzen und gewann letztlich vier Oscars.